Eine neue Kirche in Matchatom - aber noch ohne Glocken

Eine neue Kirche in Matchatom - aber noch ohne Glocken

Die neue Kapelle in Madchatom wurde am 11 Juli 2016 durch Bischof Jacques Danka Longa eingeweiht. Fast ein anderthalbes Jahr haben die Gläubigen sich gemüht und eine Eigenleistung von 3000 € zusammen gebracht. Nun erstrahlt die neue große Kirche für etwa 500 Leute.

Patron ist der südafrikanische Märtyrer Benedikt Daswa, der 1990 gestorben und 2015 seliggesprochen wurde. Er zeigt, wie man auch in Afrika für seinen glauben einstehen muss, wenn heidnische Orakel, Rachegedanken und finstere Beschuldigungen wichtiger sind, als die Botschaft der Liebe und der Aufruf zum Nachdenken.

Die alte Kapelle trug den Namen des heiligen Charles Lwange und Gefährten, der Märtyrer von Uganda, die im 19. Jh. für den Glauben gestorben sind. Der südafrikanische Märtyrer Benedikt Daswa könnte eine sinnvolle Weiterführung ins 20. und 21. Jahrhundert sein. Der Sel. Benedikt Daswa hat uns hier in Afrika wirklich viel zu sagen und verdient es auch, durch neue Kirchenbauten bekannt gemacht zu werden. In seinem Leben finden sich viele interessante Elemente: Er war Schuldirektor, Katechist und Familienvater von 8 Kindern gewesen. Als man im Dorf wieder einmal die Hexenangst schürte, stellte er sich dagegen. So wurde er von einer Meute aufgelauert und getötet. Er starb am 2. Februar 1990, am Tag als in Südafrika im Radio die Freilassung Nelson Mandelas verkündet wurde. Von dem, was man über das Leben des Seligen erfährt, kann man leicht Paralelen zu unserer Gemeinde und unseren Problemen hier in Togo ziehen. Auch in Matchatom sind es neben dem leitenden Katechisten Emmanuel Simdé, der sich in der Glaubensverkündigung viele Verdienste erworben hat, vor allem drei Lehrer, die nebenbei am Wocheende noch Sakramentenkatechese geben. Ein Mann, der 8 Kinder hat und mit einer einzigen Frau verheiratet ist, bedeutet bei uns immer noch eine große Ermutigung für die christlichen Werte der Familie. Und nicht zuletzt geht es beim Martyrium des sel. Benedikt Daswa um die Anst vor Magie und die falschen Schlüsse, die aus Unglück und Verlust gezogen werden, vor allem, wenn Trauerarbeit nicht geleistet wird. An diesem Thema muss hier noch viel gearbeitet werden. Wir haben diese Bildungsarbeit und diesen geistlichen Umwandlungsprozes gerade erst angefangen in unserer Pfarrei. Wir benötigen die Fürsprach des sel. Benedikt Daswa.  

Noch ist die neue Kapelle ohne Glocken. Kein lauter Hall ruft die Gläubigen Sonntags zum Gebet. Glocken sind in Afrika nicht zu finden und in Europa teuer. Wir denken, dass irgendwo vielleicht alte Glocken, auch Stahlglocken herumliegen, die in Madchatom, zu Ehre Gottes neu erklingen könnten. Helft uns, sie zu finden.

Die alte Kirche wird als Kindergarten ausgebaut. Schon jetzt werden dort während des Sonntagsgottesdienst die Kinder versammelt und kindgerecht unterrichtet. Vier Junge Frauen aus der Gemeinde haben eine Ausbildung begonnen. Es gibt Hoffnung für eine bessere Vorschulerziehung.