Farm "St. Isidore" in Sarakawa (TOGO)

06.07.2015 23:10

Die Pfarrei "St. Augustin" in Solla (Togo) wo der ehemalige Torgauer Vikar, Ronald Kudla seit 10 Jahren Pfarrer wirkt, hat viele Probleme:
- überfüllte Schulen mit schlechten Lernbedingungen, wo auch noch Schulgeld verlangt wird, von denen, die von der Hand in den Mund leben
- ein Gesundheitsystem, dass nur das nötigste leisten kann, ohne Krankenkasse, wo Operationen oder länger Behandlungen oder manchmal sogar eine kleine Malaria zum Problem warden.
- karge Böden, die fast ausschließlich mit der Hacke bearbeitet werden, wo der Regen im Mai/Juni auf sich warten lässt, dazu noch Jugendliche, die sich immer weniger für diese unterentwickelte mühsame Landwirtschaft interessieren.
- immer wieder Hunger im Juni/Juli wenn die Vorräte aufgebraucht sind, Mais und Bohnen auf dem Markt teuer werden und auf die ersten Yams Anfang August gewartet wird.
- eine immense Landflucht. Fast alle Jugendlichen, die die 10. Klasse oder das Abitur geschafft haben, verlassen das Dorf und ziehen in die Städte. Andere verlassen die Gegend schon früher und suchen im Ausland ihr Glück. In Togo, wahrscheinlich dem Land mit den geringsten Löhnen und der schlechtesten Landwirtschaftspolitik von Westafrika verlassen die Menschen in Scharen das Land. Sie gehen nach Benin, Nigeria, Elfenbeinküste oder noch weiter weg.
Wir wollen einen Schwerpunkt in der Landwirtschaft setzen. Wir haben im Dorf Sarakawa, einer relativ fruchtbaren Gegend 8 ha Land erworben, das lange brach gelegen hat und in diesem Jahr urbar gemacht wird.
Es wurd ein Farm gegründet, die den Namen "Sankt Isidore" bekommen hat. (Isidor von Madrid, auch "der Pflüger" genannt, in Südeuropa ein beliebter Schutzheiliger der Bauern.)
Unser Ziel ist zunächst, jungen Menschen Arbeit zu geben und ihnen zu helfen, die Schule zu bezahlen. Nebenbei wollen, wir auch zeigen, wie man modern und effektiv Landwirtschaft betreiben kann. Zunächst geht es noch mit der Hacke aufs Feld zum Umgraben, Verziehen, Jähten. Wir wollen aber auch den Leihtraktor einsetzen oder einen Versuch mit Zugtieren machen. Es müssen auch Gebäude errichtet werden. Unterkünfte für die Landarbeiter. Der Ort liegt 13 km von Solla, dem Pfarrzentrum entfernt, später sind Lagerhallen notwendig. Zur Zeit nutzen wir das Gehöft des Katechisten von Sarakawa, Herrn Bruno Tekou der in die Leitung der Farm einbezogen ist. Zwei Zimmer wurden schnell provisorisch hergichtet (Wände verputzt und Boden betoniert). Später sollte ein richtiges Gehöft entstehen. Einen Kostenplan haben wir nicht erstellt. Je nach den zur Verfüung stehenden Mitteln werden wir investieren. Im ersten Jahr geht es wohl mehr um das Aufbauen, das Erfahrung Sammeln und die Ausbildung. Für später ist die Hoffnung auf ausreichende Erträge. Aber sicher wird immer Ausbildung, soziale Hilfe und soziale Integration im Vordergrund stehen. Leiter des Projektes ist vorest unser Pfarrverwalter Herr Pascal Kezié, der sich in der Betreuung von kleinen Bauernkooperativen und in seiner eigenen häuslichen Landwirtschaft Erfahrungen erworben hat.